J. S. Bach: Steigt freudig in die Luft (BWV 36a)

Beluister de opname van Alexander Grychtolik
Bach componeerde de cantate waarschijnlijk in 1726 voor een verjaardag (30 november) van Charlotte Friederike Amalie, de tweede echtgfenote van Prins Leopold von Anhalt-Köthen, Bachs principaal tussen 1717 en 1723. Afgezien van de recitatieven kan de muziek worden gereconstrueerd uit de cantates BWV 36, 36b en 36c waarin Bach de muziek hergebruikte.
1. ARIA

Steigt freudig in die Luft zu den erhabnen Höhen,
ihr Wünsche, die ihr jetzt in unsern Herzen wallt;
doch bleibet hier; Ihr dürft so weit nicht von uns gehen,
die teure Herzogin ist euer Aufenthalt.

2. RECITATIEF

Durchlauchtigste,
die tiefgebückte Schuldigkeit
erscheint zu Deinen Füßen;
die Hulde, so Dein Eigentum,
dein Glanz, Dein weltbekannter Ruhm
macht uns von aller Schüchternheit
und allen Fürchten frei,
dass wir der Lippen Melodei
mehr halten als befördern müssen.

3. ARIA

Die Sonne zieht mit sanften Triebe
die Sonnen-Wende zu sich hin.
So, Große Fürstin, Deinen Blicken,
die unser ganzes Wohl beglücken,
folgt unser stets getreuer Sinn..

4. RECITATIEF

Die Dankbarkeit,
o Tag und Nacht
in unsern Herzen nachgedacht,
ein Merkmal ihrer Pflicht zu zeigen,
mach dieser Tag erfreut,
da Dich, du Kleinod unsrer Zeit,
das Licht der Erden hat erblicket.
und da Dein teurer Leopold,
und jedes, was Dir treu und hold,
sich über dieses Fest erquicket.
so können wir auch nicht
die demutsvolle Pflicht
vor Deinen Ohren jetzt verschweigen.

5. ARIA

Sei uns willkommen, schönster Tag!
Der Zung und Odem noch vermag,
der stimm in diese Harmonie:
Charlotte blüh!

6. RECITATIEF

Wiewohl das ist noch nicht genung,
die Demut, Treu und Untertänigkeit,
die wir vor Dich in unsern Herzen hegen,
dir völlig also darzulegen.
Denn dass das Herz Dir süße Wünsche streut,
der Mund Dir lauter Heil verspricht,
das ist, Durchlauchtste, unsrer Pflicht
nur ein Erinnerung;
und trügen wir uns selbst Dir eigen an,
so wird Dir unser schwaches Lallen
in Gnaden wohl gefallen.

7. ARIA

Auch mit gedämpften schwachen Stimmen
wird, Fürstin, dieses Fest verehrt.
Denn schallet nur der Geist darbei,
so heißet solches ein Geschrei,
das man im Himmel selber hört.


8. RECITATIEF

Doch ehe wir
och Deinen Thron verlassen.
soll unser Geist,
der, Große Fürstin, Dir
auf ewig eigen heißt.
den Wunsch in solche Worte fassen:

9. ARIA en RECITATIEF

Grüne, blühe, lebe lange,
Große Fürstin, Sei beglückt!
Wiewohl wer so, wie Du,
den Himmel liebt,
hat lauter Heil und Ruh,
dieweil darauf der Himmel Achtung giebt.
was Dein Herze kann begehren,
müsse Dir das Gück bescheren!
Doch will es Deine hohen Gaben
zum Maße seines Wohltuns haben;
sonst ist es selbst zu arm darzu.
Dieses Licht, das Du erblickt,
wisse nichts vom Untergaben!
Dies treue Seufzen wird erlanget,
dieweil daran
die Hälfte Deiner Brust,
des Milden Leopoldens Lust,
der Wunsch und Wohl von jedem Unterhan
und Deiner Diener Wohlfart hanget.
Grüne, blühe, lebe lange,
Große Fürstin, sei beglückt!

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© Eduard van Hengel